Vom geplanten Haushalts-Minus ins Haushalts-Plus
2018 und 2019 wendete Bischweier das Blatt/Gemeinderat beschließt Zuschüsse für lokale Vereine
Der Gemeinderat Bischweier hat in seiner vergangenen Sitzung die Jahresrechnungen für 2018 und 2019 einstimmig festgestellt. Und es sieht gut, vor allem, weil es anfangs nicht so gut aussah. Zweimal war ein Minus geplant und zweimal wendete sich das Blatt. Bürgermeister Robert Wein zeigte sich rundum zufrieden mit den Ergebnissen. In weiteren Tagesordnungspunkten genehmigte der Gemeinderat mehrere Förderanträge von lokalen Vereinen. Doch zuerst zu den Jahresabschlüssen: Die Jahresrechnung 2018 ist die erste nach dem Neuem Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR). Die Umstellung war kompliziert. Fachpersonal fehlte, externe Dienstleister machten Fehler. Daher hat alles länger gedauert, wie der Bürgermeister erklärte. Aber: "Ende gut, alles gut." 2018 rechnete die Gemeinde mit einem Defizit von fast 910.000 Euro. Tatsächlich wurde ein Überschuss von 965.184 Euro erzielt. Auch die Bilanzsumme stieg - von 24,7 auf 26,3 Millionen Euro. Zudem verbesserte sich die Liquidität um 1,7 Millionen Euro - von 3,9 auf 5,6 Millionen Euro. Die Gemeinde nutzte die Gunst der Stunde und nahm einen Kredit von 500.000 Euro auf, mit einem Tilgungszuschuss von 50.000 Euro. Zurückzahlen muss sie nur 450.000 Euro. Aktuell zahlt sie einen Zins von 0,05 Prozent. "Wir haben diese Gelegenheit, die man nicht oft bekommt, zum Wohle unserer Gemeinde genutzt", betonte Bürgermeister Wein.
2019 war die Entwicklung ebenfalls positiv. Geplant war ein Minus von 929.023 Euro. Doch auch hier wendete die Gemeindeverwaltung das Blatt: Am Ende stand ein Plus von 72.504 Euro. Die Bilanzsumme kletterte von 26,3 auf 26,5 Millionen Euro. Die Liquidität sank leicht um 200.000 Euro auf 5,4 Millionen Euro. Wein bezeichnete das erwirtschaftete Ergebnis als erstaunlich und erfreulich. "Denn wir konnten trotz Personalmangels einen drohenden Verlust abwenden und ein leicht positives Ergebnis erarbeiten." Dies sie nur mit viel Einsatz und dem Glück der Tüchtigen möglich gewesen.
In weiteren Tagesordnungspunkten stimmte der Gemeinderat drei Förderanträgen von lokalen Vereinen zu. Der Fußballverein VfR Bischweier erhält einen Investitionskostenzuschuss von 784 Euro für die Sanierung des Rasenplatzes. Diese war aufgrund der hohen Belastung und des lehmigen Untergrunds notwendig und wurde bereits im Sommer 2024 umgesetzt. Die Förderung beträgt zehn Prozent der abgerechneten Kosten in Höhe von 7.840 Euro. Außerdem hatte der VfR Bischweier einen Förderantrag in Zusammenhang mit dem Bau einer Athletik- und Präventionsstation (A&P-Station) gestellt. Der Verein möchte mit dieser Station das Verletzungsrisiko seiner Fußballer durch gezielte Maßnahmen verringern und zugleich ein vielseitiges Trainingsangebot für die gesamte Gemeinde zu schaffen. Hierzu sollen auch gesundheitsorientierte Fitnesskurse angeboten werden, die für alle Bürger zugänglich sind. Der Zuschuss für dieses Projekt beträgt bei Baukosten von 42.000 bis 52.000 Euro etwa 4.200 bis 5.200 Euro. Im Haushalt 2025 ist ein Zuschuss von 5.500 Euro eingeplant. Auch die Musikkapelle Bischweier erhält Unterstützung. Der Verein kann mit einer Förderung von 1.500 Euro für die Anschaffung neuer roter Vereinswesten mit Gemeindewappen rechnen. Die Gesamtkosten von 15.000 Euro für die Westen werden mit zehn Prozent der Kosten unterstützt. Die Auszahlung erfolgt auch hier nach Vorlage der Rechnungen bei der Gemeindeverwaltung.